Mehr Aufenthaltsqualität für das Ortszentrum Brauweiler

guidelplatz reduziert

Der Guidelplatz nach den Plänen der Gold-Kraemer-Stiftung

Aktueller Stand

Leider hat sich die Realisierung des Gesamtkonzepts der Gold-Kraemer-Stiftung für den Guidelplatz und seine Umgebung infolge einer Nachbarklage und einer für die Stadt nachteiligen Gerichtsentscheidung verzögert. Die Stiftung möchte nun, um den Klagen abzuhelfen und die Maßnahme kurzfristig durchzuführen, eine reduzierte Fassung realisieren: Die öffentliche Tiefgarage soll entfallen, ebenso zwei Baublöcke in der Nähe der Kaiser-Otto-Straße. Die Einfahrt in der Kaiser-Otto-Straße zu einer nur noch privaten Tiefgarage soll in Richtung Ehrenfriedstraße verschoben werden. Für den Guidelplatz selbst bleibt die ursprüngliche Fassung des Plans bestehen.

Über die neue Fassung soll in Kürze eine Ratsentscheidung herbeigeführt werden. Es ist zu hoffen, dass eine Zustimmung erfolgt, denn andernfalls dürfte das Projekt gefährdet sein, und alle bisherigen Bemühungen um eine Ortskernentwicklung von Brauweiler wären vergeblich gewesen.

Die unendliche Geschichte

Mit der Entwicklungsplanung des Ortszentrums von Brauweiler hat sich das Forum Stadtentwicklung laufend befasst. Der Bezug zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung im Sinne der Agenda 21 wird vom Forum in den folgenden für alle Ortsteile geltenden Grundsätzen gesehen:
 
·    Schaffung eines Identität fördernden und qualitätsvollen Lebensraums,
·    Schutz der Ortskerne vor unnötigem Durchgangsverkehr,
·    Einrichtung verkehrsberuhigter Bereiche,
·    Förderung attraktiver lokaler Einkaufsmöglichkeiten,
·    Ausbau und Weiterführung des Projekts „Fahrradfreundliche Stadt“.

Die Bemühungen um eine sinnvolle und angemessene Ortskernentwicklung von Brauweiler reichen bis in das Jahr 1998 zurück. Damals wurde im Rahmen eines Workshops das Entwicklungskonzept "Brauweiler 2010" erarbeitet. Es enthielt auch Maßnahmen zur Reduzierung der starken Verkehrsbelastung des Zentrums. An der unerträglichen und jede positive Entwicklung hemmenden Situation änderte sich über Jahre nichts.

abtei ortskern sw

Bürgerantrag 2005 der Lokalen Agenda 21 mit Forderungen zur Verkehrsberuhigung

Um möglichst zeitnah und mit geringem finanziellen Aufwand eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Ortszentrum von Brauweiler, insbesondere im Hinblick auf die Verkehrsbelastung, zu bewirken, regte das Forum  im Jahr 2005 mittels eines Bürgerantrags u. a. folgendes an:

  • Abstufung der Ehrenfriedstraße sowie der Mathildenstraße zur Gemeindestraße mit dem Ziel, in stadteigener Zuständigkeit Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung durchführen zu können,
  • Optimierung des Verkehrsflusses auf der L 183 (Bonnstraße) und der K 10 zur Entlastung des Ortszentrums vom Durchgangsverkehr,
  • Begrenzung der Verkehrsgeschwindigkeit auf 30 km/Stunde auf der Ehrenfriedstraße als erste Maßnahme zur Verkehrsberuhigung.


Bei seinen Anregungen ließ sich das Forum vom Entwicklungskonzept „Brauweiler 2010“ leiten. Der Bürgerantrag fand keine Mehrheit im Rat der Stadt Pulheim.

Die Bürgerwerkstatt 2008 gibt weitere Impulse

Im Rahmen der Bürgerwerkstatt 2008 wurden weitere Impulse für eine Lösung der Verkehrsprobleme in Brauweiler gegeben. U. a. stellten die Teilnehmer die Forderung nach einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 auf der Ehrenfriedstraße und einem einheitlich gestalteten Platzcharakter zwischen Adenauerplatz und Einmündung der Bernhardstraße (ggf. unter Auflösung der Trennung zwischen Fahrbahn und Aufenthaltsbereich).

Bürgerantrag 2009 mit Anregungen zur Platzgestaltung

Inzwischen wurde mit der Gold-Kraemer-Stiftung ein Investor gefunden, der die Gebäudeplanung im Bereich des Guidelplatzes einschließlich einer Tiefgarage zu realisieren beabsichtigt. Die Platzgestaltung des Guidelplatzes sowie die gleichzeitige Lösung der Verkehrsprobleme im Ortskern stellen entscheidende Elemente dar, von denen das Gelingen dieses bedeutenden städtebaulichen Eingriffs abhängen wird.

Im Jahr 2009 gab deshalb das Forum Stadtentwicklung mit einem weiteren Bürgerantrag Anregungen zur Gestaltung des zukünftigen Guidelplatzes. Das Forum schlug eine einheitliche Oberflächengestaltung des Platzes über die Ehrenfriedstraße bis zur Front der Abtei vor. Damit soll die von der Bürgerwerkstatt geforderte Beruhigung und Temporeduzierung des Autoverkehrs auf der Ehrenfriedstraße wirksam unterstützt werden. Zudem verdeutlicht die Fortführung der Platzgestaltung bis an die Abteifassade die korrespondierende Beziehung zwischen dem vom Investor geplanten „Künstlerviertel“ des neuen Guidelplatzes und der vorgesehenen Entwicklung der Abtei zum Kunstzentrum.
 
Dieser Bürgerantrag fand ebenfalls keine Mehrheit im Rat. Die Verwaltung führte als Gegenargument an, die vorgeschlagene Platzgestaltung erfordere das Einverständnis des Landschaftsverbandes, es gebe für die Oberflächengestaltung kein Material, welches die Belastung durch den Busverkehr auf der Ehrenfriedstraße dauerhaft verkraften könne und die Lokale Agenda 21 habe ja noch bei Vorlage des Entwurfs Gelegenheit, sich zu der Planung zu äußern.
 
Die Argumentation der Verwaltung spricht für sich und bedarf wohl keiner weiteren Kommentierung. Sie zeigt ein eher hilfloses Bemühen bei der Suche nach Ablehnungsgründen.

Das Konzept der Stiftung entspricht den Forderungen der Lokalen Agenda 21

Die Gold-Kraemer-Stiftung hat sich gegenüber der Stadt Pulheim mit exakt der gleichen Forderung zur Gestaltung des Guidelplatzes (Einbeziehung des Vorplatzes der Abtei in die Platzgestaltung) durchgesetzt. Auch hatte die Stiftung mit einer Forderung nach Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf der Ehrenfriedstraße Erfolg. Die Straße wurde abgestuft (ebenfalls eine langjährige Forderung der Agenda) und ist nun eine Kreisstraße mit der Möglichkeit, verkehrstechnische Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung durchzuführen.

 

 

Drucken E-Mail