Na endlich! Raus aus der schmutzigen Energie…

WDR 2 Klartext zu Garzweiler:
Raus aus der schmutzigen Energie!

Von Jürgen Döschner

Na endlich! Auch wenn RWE konkrete Pläne dementiert: Fakt ist, dass in dem zweitgrößten Energiekonzern Deutschlands mehr oder weniger laut über einen Ausstieg aus der Braunkohle und einen Verzicht auf Gartzweiler II, dem größten Braunkohletagebau Europas, nachgedacht wird.

Wenn auch nicht aus ökologischen, sondern aus ökonomischen Gründen. Schließlich steht das gesamte Geschäftsmodell des Energieriesen mit seinen Großkraftwerken gewaltig unter Druck. Die Energiewende hat RWE verschlafen. Während Ökostrom boomt rutschen die alten Mega-Meilen zunehmend in die roten Zahlen. Aus ökonomischer Sicht macht ein Verzicht auf Gartzweiler II also Sinn.

Und ökologisch wäre es ein Segen. Braunkohlekraftwerke sind die ineffizienteste und schmutzigste Art, Strom zu erzeugen. Von den gigantischen Eingriffen in Natur und Menschenrechte der Anwohner ganz zu schweigen. Also alles gut, wenn RWE sich nun langsam von der Braunkohle verabschiedet?Garzweiler1

Nein, keineswegs. Denn Zeitpunkt, Umfang und Tempo des Ausstiegs darf nicht den Launen oder Buchhaltern von RWE und Vattenfall überlassen werden, nicht jenen Konzernen, die Jahrzehntelang an dieser Technologie festgehalten und verdient haben. Wie beim Atomausstieg sollte auch beim nächsten konsequenten Schritt der Energiewende, dem Kohleausstieg, das Primat der Politik gelten.

Rot-Grün in Düsseldorf hat im Jahr 2000 nicht den Mumm gehabt, RWE die Genehmigung für Gartzweiler II zu versagen.

Jetzt sollte die Landesregierung die Gelegenheit nutzen, um den Abschied von dieser Schmuddel-Energie zu beschleunigen. Und sie sollte gemeinsam mit Berlin einen verbindlichen Plan für einen geregelten und zügigen Ausstieg aus der Braunkohle in ganz Deutschland ausarbeiten. Selten standen die Chancen dafür so gut wie heute. Die Braunkohlefront bröckelt.minus450m diplomarbeit 34

Die Meldung in der Süddeutschen Zeitung finden sie hier: SZ

Siehe hierzu auch die Pressemitteilung des BUND: "Ausstieg aus Braunkohle überfällig: Garzweiler II muss stillgelegt werden": Pressemitteilung BUND

Hier finden sie die Pressemitteilung des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) zur Forderung nach einer CO2-Steuer um den notwendigen Wandel im Kraftwerkspark zu beschleunigen und die Energiewende zu sichern: Pressemitteilung Sachverständigenrat

Hier können sie das Eckpunktepapier des SRU zur "Gestaltung des Strommarktes" herunterladen, auf das sich die Pressemitteilung bezieht: SRU Eckpunktepapier Strommarkt

Weitere Informatonen in unserem Artikel über "Die Zukunft der Braunkohle". Dort finden sie auch die Links zur Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und zum Vortrag von Dirk Jansen vom BUND.

 

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