Atommüll – Sorgenbericht veröffentlicht

Die Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland ist im Buchhandel oder direkt bei der AG Schacht Konrad für 15 € inkl. Plakat bestellbar:

sorgenbericht

ISBN: 978-3-00-043228-6

Die Diskussion über den langfristigen Umgang mit Atommüll vom Kopf auf die Füße stellen, wollen Bürgerinitiativen und Verbände, die heute in Hannover eine 272seitige, nach Bundesländern geglie­derte Bestandsauf­nahme des Atommülls in der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt haben. Der Bericht gibt einen Überblick über die Lagerstandorte, über das eingelagerte radioaktive Inventar und über den Atommülltourismus. Und er weist auf die konkreten Probleme an den einzelnen Stand­orten hin:

plakatatommuell

Von rostenden Fässern im Fasslager Brunsbüttel über den Reaktordruckbehälter in Jülich, der so stark strahlt, dass ein eigenes Zwischen­lager für ihn gebaut werden muss, von zahlreichen neuen Zwischenlagern an Standorten, die derzeit geplant sind, von 1.900 Altstandorten der Wismut in Thüringen und Sachsen über Hausmülldeponien auf denen Atommüll lagert bis hin zu der Tatsache, dass die Betriebsgeneh­migung der Standort-Zwischenlager enden wird, bevor ein langfristiger Verbleib der abgebrannten Brennelemente geklärt ist. Der Bericht soll bundesweit auf Veranstaltungen diskutiert werden.

Es gibt nicht ein Atommüll-Problem, sondern tausende im ganzen Land

Ursula Schönberger, Politikwissenschaftlerin und Autorin des Sorgenberichts: „Es gibt nicht ein Atommmüll-Problem, das man an einen einzelnen Standort delegieren kann, son­dern es gibt tausende Atommüllprobleme im ganzen Land und unmittelbaren Handlungsbedarf“, sagt die Autorin und Politikwissenschaftlerin Ursula Schönberger. Damit unterscheide sich der Bericht wesent­lich von den jähr­lichen „Abfallmengenprognosen“ des Bundes, in denen der Atommüll als Gesamtmen­ge erfasst wird. Gefragt sei hier besonders die Atomaufsicht der Länder, aber wie bei ASSE II durchaus auch der Bund oder wie bei der geplanten Ausweitung der Atommüll-Fabrik in Braunschweig auch Kom­munen.

„Die Bundesregierung hat nach der 13. Atomgesetznovelle vom 31. Juli 2011 ja versucht den Eindruck zu erwecken, es gäbe nur noch ein letztes Problem, die Suche nach dem Standort für ein sogennantes End­lager.

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EU-Atomförderung verhindern!

Information des Umweltinstitut München zum Thema EU Subventionen für Atomkraft

 My Voice Against NP

Atomkraft ist ohne Subventionen am Ende, deshalb wollen die Atom-Kartelle jetzt Atomstrom als emissionsarme Energie fördern lassen, aber: Atomstrom ist keine saubere Sache!

Erstmals in 2012 preschten einige EU-Länder vor, um bei der europäischen Kommission großzügige Förderungen für die Atomkraft zu erwirken. Die Lobbyarbeit scheint gefruchtet zu haben, denn nun möchte die EU-Kommission der Atomkraft neuen Auftrieb geben. Auf Druck von Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Polen und Litauen soll der Weg für Subventionen sowohl für AKW-Neubauten als auch für Atomstrom als "saubere" und "klimafreundliche" Energieform geebnet werden. Ein völlig absurdes Vorhaben: Es würde Atomenergie gleichstellen mit den Erneuerbaren und wäre zudem ein fatales Signal, denn Polen hat sich gerade aus Wirtschaftlichkeitsgründen von seinem unrentablen Atomenergie-Programm verabschiedet.

Bislang galt die Förderung der Atomkraft als nicht zulässige staatliche Beihilfe. Da aber die derzeitige EU-Richtlinie für staatliche Beihilfen Ende 2013 ausläuft, ist eine Neuregelung mit den entsprechenden Änderungen in Arbeit.

Der Entwurf der Richtlinie, den Wettbewerbskommissar Almunia nach der Sommerpause vorlegen möchte, sieht gar den Ausbau der nuklearen Energieerzeugung als "erklärtes Ziel der Europäischen Union". Nach Bekanntwerden dieses unglaublichen Vorstoßes rudert die EU bereits zurück, aber verdächtig halbherzig – und unglaubwürdig. Die deutsche Bundesregierung hat den Plan erfreulicherweise abgelehnt.

Es gilt dringend zu verhindern, dass die Kommission diesen Weg der staatlichen Beihilfe freigibt! Eine Preisgarantie für „billigen“ Atomstrom darf es nicht geben. Vielmehr muss der Ausbau der Erneuerbaren europaweit gefördert werden, damit Europa möglichst schnell atomkraftfrei wird.

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Kohlekraftwerke schädigen Ihre Gesundheit!

Unter dem Titel "Was Kohlestrom wirklich kostet - Gesundheitsfolgen und externe Kosten durch Schadstoffemissionen" wurde die Gesundheitsstudie der Organisation HEAL (Health and Environment Alliance1 jetzt auch auf Deutsch veröffentlicht.

Der Bericht gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung und zum Anteil, den Kohlekraftwerke daran haben. Darüber hinaus beinhaltet die Studie die erstmalige Berechnung der gesundheitlichen Kosten, die infolge der Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke in Europa entstehen, sowie Stellungnahmen von führenden Gesundheitsexperten, medizinischen Fachleuten und Politikern zu ihren Bedenken im Hinblick auf Kohlestrom. Die Studie kann unter folgendem Link online heruntergeladen werden:

http://www.env-health.org/news/latest-news/article/wie-schadigen-kohlekraftwerke

Die Organisation HEAL mit Sitz in Brüssel ist ein Zusammenschluss von über 70 Gruppen und Einzelpersonen, die u.a. Medizin- und Umweltexperten vereint und die europaweit oder lokal organisiert sind.
Presseartikel die sich mit der Gesundheitsstudie befassen:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-04/heal-studie-kohlekraftwerke

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/heal-studie-kohlekraft-verursacht-tausende-todesfaelle-pro-jahr-a-896236.html

 

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Stilllegung von Braunkohlekraftwerken

Wir dokumentieren hier einen Diskussionsbeitrag des Solarfördervereins (sfv) zur Stilllegung von Braunkohlekraftwerken. Die Forderung zur Schaffung von Kapizitätsmärkten - die im Dezember 2012 als Meldung durch den Pressewald gejagt wurde - erklärt sich nahezu von selbst, wenn man sie in den Zusammenhang mit den Forderungen der Grundlastlobby der Kohlekraftwerkbetreiber bringt:

Stilllegung von Braunkohlekraftwerken statt Kapazitätsmärkte für Gaskraftwerke

Quelle: Wolf von Fabeck in: Solarbrief 4/ 2012: 9ff (gekürzte Fassung mit freundlicher Genehmigung des sfv)

In den letzten Monaten wurde die Öffentlichkeit gezielt durch mehrfache Ankündigungen beunruhigt, wonach Energieversorger einige ihrer flexibel regelbaren Gaskraftwerke stilllegen wollten. Angeblich würde die Einspeisung von Solarstrom den Einsatz dieser Kraftwerke (…) unwirtschaftlich machen.

Eigentliche Ursache für die Nichtauslastung der Gaskraftwerke…

(...) ist der Weiterbetrieb von Atom- und Braunkohlekraftwerken, die für Dauerbetrieb ausgelegt sind und die sich wegen konstruktiver Besonderheiten nicht einfach abschalten lassen, nicht einmal dann, wenn bei einem Überangebot von Solar- und Windstrom der Atom- und Braunkohlestrom keineswegs mehr benötigt wird.

Die bisweilen auch für diese Kraftwerke angewendete mehrdeutige Bezeichnung "Must-RunKraftwerke" wird leicht so missverstanden (möglicherweise ist das sogar beabsichtigt), dass man auf sie nicht verzichten kann, doch ist die Bezeichnung anders gemeint: Diese Kraftwerke vertragen es aus technischen Gründen nicht, dass man sie zwischendurch abschaltet. Beim schnellen Herunterfahren und insbesondere beim Abschalten und der damit verbundenen Abkühlung treten hohe Wärmespannungen auf, die die Lebensdauer beeinträchtigen. Diese Kraftwerke müssen deshalb durchgehend in Betrieb gehalten werden. Allenfalls eine langfristig vorgeplante und gründlich vorbereitete zeitaufwendige Revision einmal im Jahr ist vorgesehen. Man bezeichnet diese Kraftwerke auch als "Grundlastkraftwerke" - ein Euphemismus, hinter dem sich ihr Mangel verbirgt, dass sie nur schlecht regelbar sind. Im Gegensatz dazu werden die schnell regelbaren Gaskraftwerke auch als "Spitzenlastkraftwerke" bezeichnet. Mit Rücksicht auf die schlecht regelbaren Grundlastkraftwerke werden zunehmend zu den besten Sonnenstunden und zu den günstigsten Windzeiten Wind- und Solarstromanlagen abgeregelt, so dass sich der weitere Zubau von Wind- und Solaranlagen volkswirtschaftlich und umwelttechnisch immer weniger lohnt. (…) Die Abregelung von Solar- und Windanlagen führt dann dazu, dass die fluktuierenden Einspeisungen nicht weiter zunehmen und deshalb auch kein weiterer Bedarf an Spitzenlastkraftwerken zum Ausgleich der fluktuierenden Einspeisung entsteht. Das Beharren der Stromwirtschaft auf dem Weiterbetrieb von Grundlastkraftwerken - schlimmer noch, der Neubau von Grundlastkraftwerken (z.B. die Inbetriebnahme zweier neuer Braunkohleblöcke in Neurath im August 2012) ist also die Ursache für die Unwirtschaftlichkeit der Spitzenlastkraftwerke. (…)

Der Fehler liegt im Ausbremsen des Solarausbaus

Die Situation könnte längst bereinigt worden sein. Hätte man den weiteren Ausbau der Sonnenenergie in den letzten Jahren nicht massiv gestoppt und würde man Solaranlagen um die Mittagszeit NICHT abregeln, so würden sich die Verhältnisse bald umdrehen.

fotolia 42122429 320x240Um die Mittagszeit würde die Sonnenenergie bei weiterem Ausbau nicht nur den mittäglichen Mehrverbrauch der Stromkunden abdecken, sondern bald schon erheblich mehr. Um die Mittagszeit würde es dann bald keinen Strommangel, sondern im Gegenteil einen erheblichen, bisher kaum vorstellbaren Stromüberschuss geben. Die Grundlastkraftwerke müssten dann eigentlich um die Mittagszeit abgeregelt werden, aber da das technisch nicht möglich ist, müssten sie endgültig stillgelegt und durch Spitzenlastkraftwerke ersetzt werden.? Abends, nachts und am frühen Morgen könnten, bzw. müssten dann die Spitzenlastkraftwerke mehr Strom liefern (wenn nicht zufällig der Wind die zeitliche Lücke ausfüllt). Sie würden mehr gebraucht als je zuvor. (…)

Also, nicht die Erneuerbaren Energien drängen die Gaskraftwerke aus dem Markt, sondern die Grundlastkraftwerke verhindern mit billigem, klimaschädlich oder atomar hergestelltem Strom den rentablen Einsatz von Gaskraftwerken genauso wie den Einsatz wachsender Mengen von Erneuerbaren Energien!

Vorschlag des Solarfördervereins (SFV)

Unser Vorschlag lautet deshalb: Nicht flexible Gaskraftwerke, sondern unflexible Grundlastkraftwerke müssen stillgelegt werden! (…) Grundlastkraftwerke passen nicht mehr in ein zukünftiges umweltfreundliches Energieversorgungssystem.

Schnell regelbare Gaskraftwerke hingegen sind notwendige und natürliche Partner für die fluktuierenden Erneuerbaren Energien. Sie werden auch dann Partner bleiben, wenn sie in (…) Zukunft mit Methangas betrieben werden, dass nicht aus der Erde stammt, sondern mit überschüssiger Wind- und Sonnenenergie aus dem CO2 der Atmosphäre hergestellt wird. (…)

Lesen Sie die ungekürzte Fassung unter:

http://www.sfv.de/artikel/stilllegung_von_braunkohlekraftwerken_statt_kapazitaetsmaerkte_fuer_gaskraftwerk.htm

 

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