Einführung des eea-Managementsystems in Pulheim

Für die Sitzung des Umweltausschusses am 18.03.2021 hatten drei Fraktionen (Bündnis 90/Die Grünen, SPD, BVP) beantragt, das European Energy Award als Managementsystem für Klima- und Umweltschutz einzuführen. Damit sollte das 2017 entschiedene und zeitlich sehr in Rückstand geratene Klimaschutzkonzept für Pulheim (IKKP) beschleunigt werden. Da sich auch die Fraktion WfP diesem Antrag anschloss, erhielt er eine Mehrheit.

Dengel Klaus Klaus Dengel als Mitglied der LA21 und Sachkundiger Einwohner im Ausschuss unterstützte mit grundsätzlichen Worten diesen Antrag. Er sagte: „Lassen Sie mich unter dem Label der Nachhaltigkeit ein paar Worte zum Thema beitragen.   Das Problem ist doch, dass bisher alles, was die Klimaforscher prognostiziert haben, auch eingetreten ist, häufig leider sogar schneller als zuerst befürchtet. Diese Mitteilungen enden immer noch mit dem Hinweis, dass ein Erreichen des zwei-Grad-Ziels möglich ist, wenn wir uns mit Kraft und Entschlossenheit dafür einsetzen. Das macht zwar Hoffnung, setzt aber voraus, dass sich mit „Wir“ auch möglichst alle angesprochen fühlen.

Wenn ich jetzt hier mal fragen würde, bei wem das auch tatsächlich der Fall wäre, würden alle sagen: Selbstverständlich, ja, ich bin dabei. Ein Atemzug später käme leider die ABER-Flut:

Kein Geld, keine Zeit, kein Personal, keine Priorität, schwierige Umstände. Und jede Menge Risiken und Bedenken für Dieses und Jenes.

Übrig bleibt beim Bürger ein Gefühl der Enttäuschung. Und das Gefühl, dass Klimaschutz bei denen, die das Thema eigentlich sehr gut treiben könnten, nicht die erforderliche Entschlossenheit hervorruft. Ein anderes Thema dieser Zeit - Covid - bietet weniger Anlass für Parteipolitik. Es gilt, zusammen die Krise zu meistern.

Warum ist das beim Klimaschutz anders? Warum macht hier gefühlt jeder, wie er es meint und  warum muss man in dieser Frage nicht zusammenhalten und sich gemeinsam der Bedrohung entgegenstemmen? Warum muss jeder noch so kleiner Schritt mühsam erkämpft und erstritten werden?

Es reicht nicht aus, nur so viel zu machen, dass damit der Vorwurf der Untätigkeit entkräftet werden kann. Das Thema muss heraus aus der Unverbindlichkeit und hat es auch verdient, dass jeder seinen Wohlfühlbereich verlässt.

Morgen (19.03.2021) ist FFF-Klimaschutz-Demo. Wir, bzw. präziser, die Entscheider in diesem Ausschuss haben es in der Hand, den Teilnehmern morgen entweder Heile, Heile Gänschen vorzusingen oder zu zeigen, dass wir uns zum engagierten Handeln entschlossen haben und dass wir den Nachweis in Form des EEA morgen auf den Tisch legen.

Das wäre nachhaltig. Und das wäre auch richtig.“

Leider ist hier zu ergänzen, dass der Rat der Stadt Pulheim in seiner Sitzung am 29.06.2021 der positiven Beschlussempfehlung des Umweltausschusses zur Einführung von eea nicht gefolgt ist und die sofortige Einführung mehrheitlich abgelehnt hat. Siehe Bericht im Kölner Stadtanzeiger und Leserbriefe dazu. Siehe auch hier.

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Programm der Lokalen Agenda 21 für 2021 verabschiedet

Die Lokale Agenda 21 in Pulheim hat in ihrer Mitgliederversammlung Ende Februar das Programm für das neue Jahr verabschiedet. Sie wird sich schwerpunktmäßig u. a. mit den innerstädtischen Grünflächen, den neuen Trends der Photovoltaik und dem Klimaschutzkonzept von Pulheim befassen und über Stromversorgungssicherheit diskutieren. Bezüglich der beliebten Repair-Cafés im „Zahnrad“, die leider oft ausfallen mussten, wird das Sicherheitskonzept zur Pandemie überarbeitet.

Mit neuen Trends in der Ernährung und der landwirtschaftlichen Produktion beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Ernährungsrat. Augenblicklich erarbeitet diese Gruppe eine Übersicht über die Bio-Lebensmittelanbieter in der Kommune. Auch möchte sie voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte Veranstaltungen mit Fachreferenten zu Ernährungthemen nachholen, die im letzten Jahr coronabedingt ausfielen.

Ausreichende Finanzmittel für Energiesparprojekte an Schulen und Kitas und für Reparaturen an der solarbetriebenen Wasserversorgung im „Kinderwald“ stehen bereit. Ferner ist für Nachpflanzungen und Pflegearbeiten auf den Streuobstwiesen der Agenda gesorgt. Zudem unterstützt die Lokale Agenda 21 die Pflanz- und Pflegearbeiten am Baumlehrpfad in Stommeln. Schließlich ist die erneute Bücherspende zu erwähnen, die von Stephan Schreckenberg ausgewählt und in diesen Tagen der Stadtbücherei übergeben wurde. „Diese Bücher, die ja immer um Themen der Nachhaltigkeit kreisen, werden besonders gerne von Jugendlichen ausgeliehen“, sagte Herr Gerten, der Leiter der Stadtbücherei. - Da ist es gut, dass die Stadtbücherei ab Donnerstag, dem 11.03.2021, wieder geöffnet hat, wie jetzt zu lesen war.

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Letzte innerörtliche städtische Grünfläche in Brauweiler in Gefahr

Auf der letzten innerörtlichen städtischen Grünfläche von Brauweiler droht der Bau eines Feuerwehrgerätehauses. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Stadt jahrelang versäumt, das bestehende, in die Jahre gekommene Gebäude, welches längst nicht mehr heutigen Sicherheitsanforderungen genügt, durch einen Neubau zu ersetzen. Weil es nun eilt, soll die benachbarte Grünanlage herhalten, die für die Bevölkerung von Brauweiler und Dansweiler von unersetzbarem Wert ist. Laut Aussage der Verwaltung sollen allerdings alternative Standorte geprüft werden.

Eine vierköpfige Initiativgruppe hat nun in einem Bürgerantrag gemäß § 24 Gemeindeordnung den Erhalt der Grünfläche sowie den dauerhaften Verzicht auf eine bauliche Nutzung der Fläche verlangt und die nachstehende Pressemitteilung versandt.

Pressemitteilung

Der Unterzeichner und die Unterzeichnerinnen dieser Pressemitteilung sind der Auffassung, dass Rat und Verwaltung der Stadt Pulheim in der Pflicht sind, der freiwilligen Feuerwehr von Brauweiler statt der überalterten eine neue und angemessene Unterkunft zu verschaffen, und dies seit geraumer Zeit. Gleichzeitig fordern sie im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger, den zweifellos erforderlichen Neubau nicht auf der Grünfläche an der Alfred-Brehm-Straße zu planen. Mit ihrem Bürgerantrag (beigefügt) verlangen sie den ungeteilten Erhalt und die dauerhafte planungsrechtliche Sicherung dieser einzig verbliebenen öffentlichen Grünfläche in Brauweiler.

Die Forderung wird von den Antragstellern wie folgt begründet:

Innerörtliche Grünflächen wie diese stellen für Bewohner der umgebenden Wohngebiete einen hohen und unersetzbaren Wert dar. Sie bieten ihnen Raum für Erholung, Entspannung, Spiel und geselliges Treffen. An heißen Sommertagen sorgen sie für Kühle und angenehmen Aufenthalt, nicht nur auf der Grünfläche selbst, sondern auch in den angrenzenden Gebieten. Eine Durchgrünung von Wohngebieten ist deshalb im Hinblick auf den Klimawandel von Bedeutung. Nicht zuletzt sind derartige Grünbereiche auch ökologisch, als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, wichtig.

Der Grünbereich an der Alfred-Brehmstraße mit seinem geräumigen Kinderspielplatz, dem angrenzenden Park, altem Baumbestand, Hecken und Bänken ist in der Bevölkerung beliebt und wird zu allen Tageszeiten von jungen wie alten Menschen aufgesucht.

Das Ensemble der Grünfläche und der östlich angrenzenden historischen Allee ist in seiner Gesamtheit Teil der gewachsenen Ortsstruktur Brauweilers und als solches schützenswert.

Der Rat der Stadt Pulheim hat sich mit seinem „Integrierten Klimaschutzkonzept“, in welchem die Vorbildwirkung der Stadt besonders betont wurde, zu den Zielen des Klimaschutzes und einer klimagerechten Stadtentwicklung bekannt. In einem gesonderten „Appell zum Klimawandel“, der sich sowohl an die Bürgerinnen und Bürger als auch an die Stadt selbst richtete, wurde ein starkes Signal gesendet, um bei allen künftigen Entscheidungen den Klimabezug herzustellen.

Würde der Rat der Stadt Pulheim beschließen, die innerörtliche Grünfläche an der Alfred-Brehm-Straße in ihrem Bestand in Gänze zu sichern und auf eine Bebauung an dieser Stelle auf Dauer zu verzichten, so stünde dies in Einklang mit den vorgenannten und vom Rat selbst beschlossenen Zielen. Der Erhalt würde den vitalen Interessen der hier lebenden und in Zukunft lebenden Bürgerinnen und Bürger entsprechen.

Gez.

Anna Langhans       Christine Hucke       Angolita Vogel-Werner       Paul-Gerhard Menz

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Ernährung lokal denken

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Beim Agendatreffen am 16.09.2020 hielt Stephan Schreckenberg, Mitglied der Lokalen Agenda 21 in Pulheim und im Ernährungsrat Pulheim einen Vortrag zum Thema Ernährung, zur Arbeit des Ernährungsrats und zu beabsichtigten Aktivitäten des Ernährungsrats in Pulheim. Den Inhalt des Vortrags können Sie hier nachlesen: Vortrag Schreckenberg©

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Ein Wunschtraum ging in Erfüllung

 Guidelplatz Webseite

Irgendwann einmal auf einem neu gestalteten Guidelplatz in Brauweiler sitzend einen Kaffee zu trinken, das war mein sehnlichster Wunsch. Doch mehr als 20 Jahre mit Hoffen und Bangen, mit einem Wechselbad zwischen Zuversicht und Resignation mussten ins Land gehen, ehe mein Wunsch endlich in Erfüllung ging.

Alle, die den langen Planungsprozess mit mehr oder weniger Skepsis verfolgt oder - wie die Lokale Agenda 21 - aktiv begleitet haben, erleben die Realisierung des Projekts nun wie das Märchen von Aschenputtel: Ein hässlicher Parkplatz mit Hinterhofmilieu hat sich in einen eleganten mit Natursteinen gepflasterter Platz verwandelt, frei von Autoverkehr, umgeben von Gebäuden in zeitgemäßer Architektursprache, im Erdgeschoss überdachte Arkaden und Läden, darüber Wohngeschosse mit Loggien, ein sog. Kunsthaus mit Fensterumrahmungen in fröhlichen Farben. Holzbänke stehen an den Platzrändern, beleuchtete Fußwegverbindungen, von Grün begleitet, führen in angrenzende Geschäfts- und Wohnbereiche.

Kinder erobern den Platz mit ihren Rollern, Radler und Fußgänger überqueren ihn oder lassen sich auf den Bänken nieder, verweilen plaudernd und staunend. Drei Lokale haben Stühle und Tische aufgestellt und laden ein, die Atmosphäre bei einem Kaffee, einem Eis oder einer Pizza zu genießen. Die Glocken der Abteikirche übertönen mit ihrem Abendläuten die Gespräche und das Lachen.

Lärm- und temporeduziert fließt im Hintergrund der Autoverkehr. Alles überstrahlend beherrscht die von der Abendsonne beleuchtete Abteifassade mit ihren warmen Farbtönen den Platz. Die Platzfläche reicht bis dort hin. Durch eine weit geöffnete Toranlage geht der Blick, Neugier weckend, ins Innere des Gebäudekomplexes. Ein paar Schritte und man befindet sich in dem berauschend schönen Prälaturhof und dem ehrwürdigen mittelalterlichen Marienhof.

Brauweiler, der so lange von Provisorien, Baustellenverkehr und Baulärm gepeinigte Ort, hat eine neue Mitte, eine „gute Stube“ bekommen. Die Einwohnerinnen und Einwohner scheinen sie liebend anzunehmen.

Dank gebührt der Gold-Kraemer-Stiftung, die mit  Mut und Ausdauer, unbeirrt von allen Widerständen, an ihrem Projekt eines inklusiven Künstlerzentrums festgehalten hat. Mit großer Neugier darf man nun noch darauf warten, was sich innerhalb der neuen Gebäude, insbesondere im Kunsthaus, an attraktiven Angeboten entwickeln wird.

Paul Menz

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